Nordirak Kurdistan – Befreiung Jesiden

Über dieses Projekt

Rund 1,2 Millionen Binnenflüchtlinge haben im Nordirak Zuflucht gefunden. Sowohl die Hilfsbereitschaft der Bevölkerung als auch das Engagement der staatlichen Stellen sind weiterhin ungebrochen, stoßen jedoch längst an die Grenzen des Leistbaren.

In Städten wie Dohuk, die ursprünglich etwa 500.000 Einwohner zählten, leben inzwischen zusätzlich rund 900.000 Flüchtlinge. Viele von ihnen sind in leerstehenden Lagerhallen, unfertigen Rohbauten oder einfachen, nicht winterfesten Zelten untergebracht. Andere leben unter freiem Himmel und sind den widrigen Bedingungen schutzlos ausgeliefert. Besonders betroffen sind Kinder und ältere Menschen.

Luftfahrt ohne Grenzen / Wings of Help hat im September 2014 einen Hilfskonvoi mit neun Sattelzügen in die Regionen Zakho und Dohuk entsandt. Am 21. Dezember desselben Jahres wurden weitere 60 Tonnen Hilfsgüter mit einem Frachtflugzeug von Frankfurt nach Erbil transportiert.

Vor Ort arbeitete LOG/WoH eng mit dem International Medical Corps (IMC) sowie der Rwanga Foundation zusammen.

Nur einen Tag vor der Ankunft der Hilfsgüter, in den frühen Morgenstunden des 20. Dezember 2014, endete im Sindschar-Gebirge die Gewalt der IS-Milizen. Über mehr als vier Monate hatten dort tausende Jesiden unter katastrophalen Bedingungen ausgeharrt, abgeschnitten von der Außenwelt und nur sporadisch aus der Luft versorgt. Viele Menschen waren tagelang ohne Wasser, Nahrung und medizinischer Versorgung eingeschlossen. Dass rund 12.000 Menschen diese Zeit überlebten, grenzt nahezu an ein Wunder.

Auch in den Folgejahren bis heute bleibt LOG/WoH in den Flüchtlingslagern der Region aktiv. Die Organisation unterstützt dort jesidische und syrische Flüchtlingsfamilien unter anderem mit Bildungsprojekten, medizinischer Hilfe und Versorgungsgütern.