Menschen auf der Flucht
| 2011 | Aktuell laufend | 8,7 Millionen | 19 Prozent | |
| Projektbeginn | Projektende | Flüchtlinge und Asylsuchende in Flüchtlingslagern | Aller Flüchtlinge und Asylsuchende | |
Über dieses Projekt
Weltweit leben derzeit schätzungsweise etwa 8,7 Millionen Flüchtlinge und Asylsuchende in Flüchtlingslagern oder ähnlichen Siedlungen („settlements“). Das entspricht ungefähr aller Flüchtlinge und Asylsuchenden.
In vielen Flüchtlingslagern weltweit sind die Lebensbedingungen häufig sehr schwierig. Oft fehlt es an grundlegender Versorgung wie sauberem Trinkwasser, ausreichender medizinischer Betreuung und genügend Nahrung. Auch der Zugang zu Strom, Bildungseinrichtungen wie Schulen sowie Schutz vor Gewalt ist in vielen Camps nicht ausreichend gewährleistet. Zusätzlich haben viele Menschen dort kaum oder gar keine langfristige Perspektive auf ein Leben außerhalb des Lagers.
Die Unterbringung ist meist sehr einfach. Familien leben häufig in Zelten, Blechhütten, einfachen Lehmhäusern oder selbstgebauten provisorischen Unterkünften, die nur begrenzten Schutz vor Wetter und Umwelt bieten.
Viele dieser Lager wurden ursprünglich als kurzfristige Notlösungen für akute Krisen eingerichtet. In der Realität bestehen sie jedoch oft über viele Jahre oder sogar Jahrzehnte hinweg, wodurch sich Notunterkünfte in dauerhafte Wohnorte für Hunderttausende Menschen verwandeln.
Luftfahrt ohne Grenzen / Wings of Help unterstützt Flüchtlinge in Krisenregionen und in den Flüchtlingslagern.
Die Organisation arbeitet häufig projektbezogen und gemeinsam mit Partnern wie UNHCR oder lokalen NGOs in folgenden Flüchtlingslagern:
Flüchtlingslager Dadaab in Kenia gehört zu den größten und ältesten Flüchtlingskomplexen der Welt. Es wurde Anfang der 1990er-Jahre gegründet und besteht aus mehreren Teilcamps. Dadaab ist stark überfüllt und hat sich im Laufe der Zeit von einem Notlager zu einer dauerhaften Siedlung entwickelt, in der Hunderttausende Menschen über Jahre hinweg leben.
Flüchtlingslager Suruç (Suruk) im Südosten der Türkei entstand im Zusammenhang mit dem syrischen Bürgerkrieg. Die Region nahe der Grenze zu Syrien war zeitweise ein wichtiger Zufluchtsort für syrische Geflüchtete, die vor allem aus der Stadt Kobane flohen. Viele Unterkünfte waren improvisiert, und die humanitäre Versorgung hing stark von internationalen Hilfsorganisationen und lokalen Behörden ab.
Flüchtlingslager Idomeni an der griechisch-nordmazedonischen Grenze wurde während der sogenannten „Flüchtlingskrise 2015/2016“ bekannt. Tausende Menschen, vor allem aus Syrien, Afghanistan und dem Irak, warteten dort auf die Weiterreise nach Mitteleuropa. Das Lager war ursprünglich nicht dafür ausgelegt, so viele Menschen aufzunehmen, was zu extremen Überfüllungen, schlechten hygienischen Bedingungen und humanitären Notlagen führte. Idomeni wurde schließlich geräumt und aufgelöst.
Flüchtlingslager Oreokastro bei Thessaloniki in Griechenland entstand ebenfalls im Kontext der europäischen Flüchtlingsbewegung 2015/2016. Es handelte sich um ein provisorisches Camp, das in einem ehemaligen Industrie- bzw. Gewerbegebiet eingerichtet wurde. Die Bedingungen waren einfach, und viele Geflüchtete lebten dort in Zelten oder Containerunterkünften. Auch dieses Lager wurde später schrittweise aufgelöst oder umstrukturiert.
Das Flüchtlingslager Harsham (Harsham Camp) im Nordirak liegt in der Region Kurdistan nahe Erbil. Es beherbergt vor allem Binnenvertriebene aus dem Irak. Das Camp besteht aus festen und semi-permanenten Unterkünften. Die Lager im Nordirak beherbergen vor allem Jesiden sowie andere Menschen, die vor dem IS geflohen sind.
LOG/WoH liefert dort Hilfsgüter wie Kindernahrung, Medikamente, Windeln und betreibt auch Bildungsprojekte mit Computerschulen.
Zusätzlich arbeitet LOG/WoH im Nordirak mit der Barzani Charity Foundation zusammen. Die Stiftung betreut derzeit 29 Flüchtlingslager mit mehr als 300.000 Geflüchteten in Kurdistan.