Tsunami fordert Japan heraus

 
2011 2011 Über 18.000 150 Tonnen Mehrere 100 Milliarden Dollar
Projektbeginn Projektende Todesopfer und Vermisste Hilfsgüter  Wirtschaftliche Schäden

Über dieses Projekt

Am 11. März 2011 erschütterte ein Seebeben der Stärke 9,0 die Nordostküste Japans und löste einen gewaltigen Tsunami aus, dessen meterhohe Wellen ganze Küstenregionen verwüsteten. 

Mehr als 18.000 Menschen kamen ums Leben oder gelten bis heute als vermisst, hunderttausende verloren ihr Zuhause. Die anschließende Nuklearkatastrophe im Kernkraftwerk Fukushima Daiichi – auf der internationalen Bewertungsskala INES mit der höchsten Stufe 7 eingestuft, derselben Kategorie wie Tschernobyl – zwang rund 160.000 weitere Menschen zur Evakuierung. Die wirtschaftlichen Schäden beliefen sich auf mehrere hundert Milliarden Dollar und machten das Ereignis zur teuersten Naturkatastrophe der Geschichte.

Luftfahrt ohne Grenzen / Wings of Help (LOG/WoH) engagierte sich ab März 2011 mit humanitärer Soforthilfe für die betroffenen Menschen. Gemeinsam mit dem Partner „Feed the Hungry“ sowie der Dolmetscherin Maiko Koyanagi organisierte ein Team um Frank Franke und Felix Groh 150 Tonnen Hilfsgüter – verteilt auf sechs 40-Fuß-Container und drei Flugbleche – und brachte sie auf dem Seeweg nach Japan. 

Die Lieferungen umfassten medizinische Versorgungsgüter, Decken, Kleidung, Wasseraufbereitungspulver, Lebensmittel, Kindernahrung, Hygieneartikel, Kochutensilien, Fahrräder sowie Notfallmaterialien für Betroffene ohne Unterkunft.

Die Hilfsbereitschaft reichte dabei weit in die Gesellschaft hinein: Die Kita Herrenweiher in Oppenheim sammelte in nur fünf Tagen 10.000 Euro, damit für die Erdbebenopfer Decken gekauft werden konnten. Die beiden Botschafterkinder Vanessa und Robert brachten den Geldbetrag am 7. April 2011 persönlich zum Containerbahnhof in Frankfurt. Dort durften sie symbolisch für alle Spenderinnen und Spender die Schaffnerkelle heben und damit das Signal zur Abfahrt des Zuges geben, der die Hilfsgüter zum Schiffshafen nach Hamburg brachte. Rund 35 Tage benötigte das Schiff anschließend, um die Hilfsgüter zu den Opfern zu bringen.

Anfang Mai reiste das LOG/WoH-Team in die Katastrophengebiete, um die Hilfe vor Ort zu koordinieren und zu verteilen. In Yokohama fanden zunächst Gespräche mit der Hilfsorganisation WACS zur Lagebeurteilung statt. In der besonders schwer getroffenen Region Ishinomaki wurden Hilfsgüter verteilt und Mahlzeiten für ehrenamtliche Helfer gekocht. Ein weiterer Einsatz galt der Verteilung von Fahrrädern, Decken und Gummistiefeln in einem Notlager in einer ehemaligen Schule. 

Der Rückweg führte das Team unmittelbar an Fukushima vorbei – mit stark erhöhten Strahlenwerten, während die Bevölkerung in den betroffenen Gebieten vielfach ohne ausreichende Informationen weiterleben musste.